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Gold dreht an den alten Rekordhochs! Wie geht es weiter?

Von
Robert Schröder
Aktualisiert: Mar 16, 2022, 20:16 GMT+00:00

Gold konnte als klassische Krisenwährung vom Ukraine-Krieg profitieren. Doch die Rekordhochs aus dem Sommer 2020 wurden abgelehnt! Was bedeutet das?

Gold Symbolbild

Das Edelmetall Gold zeigt sich nahezu unberechenbar. Zum Jahreswechsel 2021/2022 zeigte der Großteil der Investmentbanken eher pessimistisch für den weiteren Kursverlauf. Besonders die zukünftig straffere Geldpolitik der US-Notenbank FED würde den Kurs drücken. Doch es kam alles anders.

Schon seit dem August 2021 steigt der Goldpreis still und heimlich. Fast niemand hätte damals bei Kursen um die 1.700 USD geglaubt, dass nur wenige Monate später die Rekordhochs aus dem Sommer 2022 direkt angegriffen werden würden. Noch Ende 2021 sah es auch nicht danach aus, als wenn der Goldsektor großartig positiv in damals neue Börsenjahr starten könnte. 

Gold: Inflation und Krieg pushen die Kurse … zumindest kurzfristig

Und auch die immer höher steigenden Inflationsraten wirken sich lange Zeit nur in einem geringen Maße auf den Goldpreis aus, der ja bekanntlich als Inflationsbarometer gilt. Zumindest galt dieser Leitspruch bis zum Jahr 2021. Trotz Teuerungsraten in den westlichen Ländern von zum Teil über 5 Prozent tat sich bei Gold nur verhältnismäßig wenig.

Es musste erst ein Krieg zwischen der Ukraine und Russland ausbrechen, um hier nennenswerte Kurssteigerungen auslösen zu können. Seit Kriegsbeginn am 24. Februar konnte Gold zeitweise bis zum 8. März um fast 9 Prozent zulegen. Die Welt der Goldanleger schien perfekt. Zeitweise war sogar schon von einem möglichen dritten Weltkrieg oder gar einem Atomkrieg die Rede.

An sich ohne Frage ein Horrorszenario. Für diejenigen, die an Gold glauben, allerdings fast schon ein feuchter Traum. Endlich kann Gold seine Vorteile als Krisenwährung ausspielen … Und wenn es nur ein paar Tage sind … 

Charttechnisch jetzt plötzlich tricky!

Mittlerweile ist die Euphorie bzw. Panik – ähnlich wie beim Ölpreis – schon wieder deutlich aus dem Markt entwichen. Gold steht aktuell nur ein paar US-Dollar höher als vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs. Nach einem schnellen Ritte auf neue deutliche Jahreshochs, die jetzt bei 2.070 USD zu finden sind, geht es seit dem 8. März wieder deutlich bergab. Die Allzeithochs aus dem Sommer 2020 wurde in diesem Zusammenhang um nur 5 USD verfehlt!

Der plötzliche Einbruch an dieser mittelfristigen Widerstandszone deutet darauf hin, dass die Rallybewegung der letzten Wochen doch nicht so nachhaltig und stabil ist wie von vielen Marktteilnehmern angenommen. Gold ist in einem ähnlichen Tempo gefallen, wie es zuvor gestiegen ist. Dieses Verhalten deutet auf einen möglichen Trendwechsel hin, den Anleger durchaus ernst nehmen sollten.

Gold droht neuer Kursrutsch unter 1.800 USD

Gold hat jetzt eine wichtige Unterstützungszone zwischen ca. 1.870 und 1.920 USD erreicht. Diese Zone ist charttechnisch für einen möglichen neuen Bullenmarkt äußerst wichtig. Können sich hier die Kurse stabilisieren, könnte von diesem Niveau aus ein neuer Angriff auf die besagten Allzeithochs erfolgen. Höhere Kurse bis hin zu etwa 2.200 USD wären dann ebenso möglich.

Richtig schlecht sieht es hingegen aus, sollte Gold unter die Hochs aus dem November 2021 rutschen. In diesem Fall drohen dem Goldmarkt weitere Kursverluste in Richtung 1.800 USD und tiefer. Eine große Goldrally kann in diesem Fall erst einmal zu Akten gelegt werden!  

Über den Autor

Robert Schröder beschäftigt sich seit 2004 professionell mit den Aktien- und Finanzmärkten. Neben der klassischen Charttechnik, die er aus dem Effeff beherrscht, hat er sich auf die Elliott-Wellen spezialisiert.

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