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DAX 2022: Zwischen Omikron und negativen Realzinsen

Von
Robert Schröder
Aktualisiert: Dec 22, 2021, 15:51 GMT+00:00

Der DAX kommt seit Monaten nicht richtig vom Fleck. Doch schon im 1. Quartal 2022 könnte hier eine Entscheidung anstehen. Es geht um 2.000 bis 3.000 Punkte!

DAX Symbolbild

Der DAX notiert aktuell zwar mit 15.447 Punkten wieder deutlich unterhalb der 16.000er Marke und gut 5 Prozent unterhalb der letzten Rekordhochs, die im Mitte November erreicht wurden. In der Summe steht der deutsche Leitindex auf Jahressicht jedoch mit Plus 14 Prozent komfortabel im Plus. 

Weder die anziehende Inflation, noch die neue Variante des Corona-Virus Omikron, noch ein drohender neuer Lockdown können die Kauflust der Anleger per Tendenz bremsen. Die Zinsen sind nach wie vor extrem niedrig und zum Teil sogar negativ. In Kombination mit der höchsten Inflationsrate seit mehr als drei Jahrzehnten und entsprechenden Realzinsen von sage und schreibe Minus 6,3 Prozent, bleibt fast eigentlich nur der Aktienmarkt als Investment übrig. 

Doch auch dieser wird nicht ewig steigen. Aus Sicht der Charttechnik sind hier bereits dunkle Wolken am Horizont zu erkennen. Es muss keinen Crash geben, aber es ist unwahrscheinlich, dass der DAX auch 2022 in dem Tempo der letzten 1 ½ Jahre weiter steigen wird!

DAX: Kurzfristig ist die Luft raus

Im Tages-Chart sieht auf den ersten Blick alles gut aus. Doch der Schein trügt gewaltig. Seit Ende April/Anfang Mai hat sich der DAX in der Summe – abgesehen von dem kurzen Sprung auf das letzte Rekordhoch (16.290) kaum vom Fleck bewegt. Er hat sich stattdessen in einer Seitwärtsbewegung gemütlich gemacht, die durch das grüne Rechteck gekennzeichnet ist. 

Seitwärtsbewegungen sind an sich noch nicht das Problem. Im Gegenteil! In der Regel stellen sie Korrekturen in entsprechend intakten Aufwärtstrends dar. Es könnte also durchaus sein, dass der DAX nach einem erneuten Absacker auf etwa 15.00/14.850 noch einmal durchstartet und abermals neue Allzeithochs ins Visier nimmt. Dazu muss aber die skizzierte und definierte Unterseite der Seitwärtsbewegung zwingend halten.

Hält sie nicht und bricht der DAX nachhaltig nach unten durch, so kann sich der Index schnell und bereits im 1. Quartal im Bereich der 13.000 Punkte Marke wieder finden. Dort also, wo sich die nächste große wichtige Unterstützungszone (ca.13.500/12.400) befindet.

Deutsche Aktien: Langfristig und charttechnisch am Anschlag

Bei charttechnischen Analysen, auch im kurzfristigen Bereich, ist es immer ratsam und hilfreich auch einmal einen Blick auf das große Bild des jeweiligen Basiswertes zu werfen. Im langfristigen Monats-Chart wird entsprechend schnell klar, was die Stunden geschlagen hat!

Besonders die rote Widerstandslinie zeigt an, was in den letzten Monaten das Problem gewesen ist. Der DAX kam an dieser – abgesehen von ein paar nicht nachhaltigen schnellen Ausbrüchen – einfach nicht weiter. Diese Schwäche an diesem markanten Punkt sollten Anleger ernst nehmen!

Wie eingangs schon geschrieben, geht es hier nicht um den nächsten großen Crash, sondern eher um eine fällige Gegenbewegung innerhalb des großen und nach wie vor intakten Aufwärtstrends. 

Noch ist diesbezüglich nichts entschieden. Es ist auch unwahrscheinlich, dass sich die Richtung zwischen Weihnachten und Neujahr entscheiden wird. Aber schon zu Beginn des neuen Börsenjahres 2022 könnte es richtig zur Sache gehen. Besonders dann, wenn der DAX im besten Fall noch einmal auf ca. 16.000 Punkte steigen und dort erneut scheitert und anschließend durch die besagte Unterstützung durchbrechen sollte. In diesem Fall könnte der DAX40 im 1. Quartal locker 2.000 bis 3.000 Punkte verlieren … 

Über den Autor

Robert Schröder beschäftigt sich seit 2004 professionell mit den Aktien- und Finanzmärkten. Neben der klassischen Charttechnik, die er aus dem Effeff beherrscht, hat er sich auf die Elliott-Wellen spezialisiert.

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