Zu Beginn des Ukraine-Konflikts ist Bitcoin mit den Aktienmärkten mit in die Knie gegangen. Doch langsam aber sicher zeichnet sich eine Trendwende ab.
Der Ukraine-Konflikt ändert vieles innerhalb von nur wenigen Tagen. Deutschland lässt zur Überraschung der ganzen Welt die Bundeswehr, nach Jahrzehnten der Vernachlässigung und der Abrüstung, massiv aufrüsten. Russland wird international massiv geächtet, isoliert und vor allem sanktioniert. Das Riesenreich steht sehr wahrscheinlich vor dem größten Wirtschaftseinbruch seit dem 2. Weltkrieg.
Besonders das Einfrieren der Devisenreserven in Höhe von etwa 640 Mrd. US-Dollar und der fast vollständige Ausschluss aus dem SWIFT-System dürften Putin massives Kopfzerbrechen bereiten. Die Stimmen mehren sich jetzt, dass Russland wohl verstärkt auf Kryptowährungen wie Bitcoin o. ä. setzen könnte, um die Sanktionen zumindest teilweise zu umgehen oder aufzufangen. Doch so einfach ist das nicht.
Noch im Januar dieses Jahres hatte die russische Zentralbank in Erwägung gezogen, alle Kryptowährungen zu verbieten. Es ist vor diesem Hintergrund also eher unwahrscheinlich, dass jetzt plötzlich ein Sinneswandel diesbezüglich eingesetzt hat.
Zumal die Vorbereitungen für eine den flächendeckenden Einsatz welcher Kryptowährung auch immer mindestens mehrere Monate dauern würden. Auf der anderen Seite müssten dann ja auch die noch verbliebenen Partner Russlands diese Kryptowährung akzeptieren. Dieser Weg scheint zwar für alle Kryptoenthusiast verführerisch. Doch realistisch ist es aus heutiger Sicht nicht. Zumindest nicht kurzfristig.
Die Nutzung von Bitcoin hat zwar in Russland und auch in der Ukraine zugenommen. Doch wohl eher im privaten Bereich und dort eben aus praktischen Gründen, um zum Beispiel das Metro-Ticket oder in einem Online-Shop schnell bezahlen zu können. In Rubel konnte das Handelsvolumen bei Bitcoin ein 9-Monatshoch erklimmen. Das reicht aber bei weitem nicht, um den Kurs des Bitcoin nennenswert zu bewegen.
Im Tages-Chart konnte der Bicoin-Kurs zuletzt zwar wieder auf fast 44.000 USD zulegen. Die Tage zuvor gab es jedoch bis zum 24. Februar einen kleinen Crash auf 34.324 USD und damit sehr dicht an die bisherigen Jahrestiefs aus dem Januar heran.
Die letzte Analyse an dieser Stelle vom 26. Januar „Bitcoin im Crash-Modus: Wiederholt sich jetzt die Geschichte?“ war in diesem Zusammenhang vom Timing her nicht die schlechteste. Ab ca. 36.664 USD und zwei Tage nach dem damaligen Crash-Tief wurde ein Kursanstieg in Richtung 50.000 USD in Aussicht gestellt.
Dieses Niveau wurde nicht erreicht. Bereits bei 45.850 USD erreicht Bitcoin am 10. Februar ein vorläufiges Hoch und brach dann erneut in Richtung der grünen und äußerst wichtigen Unterstützungslinie ein. Doch genau dort startet ein neuer Anlauf der Bullen.
Im Prinzip bleibt es damit bei den Aussichten und dem Setup aus der letzten Einschätzung. Solange Bitcoin jetzt nicht mehr unter das letzte signifikante Tief vom 24. Februar fällt, gibt es heute wieder das Potenzial, dass die Kurse die rote Widerstandslinie zwischen ca. 47.400 bis 52.900 USD erreichen. Erst wenn der Bitcoin diese Zone knackt, könnte der Knoten platzen und in der Tat eine neue und vor allem nachhaltige Rallybewegung in Richtung neuer Rekordhochs starten.
Robert Schröder beschäftigt sich seit 2004 professionell mit den Aktien- und Finanzmärkten. Neben der klassischen Charttechnik, die er aus dem Effeff beherrscht, hat er sich auf die Elliott-Wellen spezialisiert.