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Erdgas (Natural Gas) und der Ukraine-Konflikt: Droht ein neuer Preisschock?

Von
Robert Schröder
Aktualisiert: Feb 23, 2022, 12:03 GMT+00:00

Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine drohen fast schon täglich weiter zu eskalieren. Droht Erdgas die nächste Preisspirale?

Gas Pipeline

Im Rahmen der Ukraine-Krise ist die nächste Eskalationsstufe gezündet worden und Erdgas spielt eine zentrale Rolle. Der russische Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin hat mit der Entsendung von russischen Truppen in die Ukraine und die Anerkennung der selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk die Büchse Pandora geöffnet. Viele Beobachter befürchten vor diesem Hintergrund die größte Kriegshandlung in Europa seit dem 2. Weltkrieg. Entsprechend dazu ist die internationale Aufregung sehr groß. 

Die Börsen reagierten darauf hin am Dienstag zunächst mit deutlichen Kursverlusten, konnten sich dann jedoch erstaunlicherweise wieder stabilisieren und die Kursverluste von zeitweise fast 3 Prozent weitestgehend ausbügeln. Doch besonders der noch immer sehr wichtige und unentbehrliche Rohstoff Erdgas steht jetzt im Fokus von Anlegern, der Politik und der gewerblichen und privaten Verbraucher. Viele befürchten eine erneute Preisexplosion, sollte die Lage zwischen Russland und der Ukraine weiter eskalieren. 

Medwedew: Europäische Gaspreise könnten um 122 Prozent steigen

Dmitri Anatoljewitsch Medwedew, der ehemalige russische Präsident, hatte bereits auf Twitter Ängste in diese Richtung geschürt und geschrieben: „Herzlich willkommen in einer neuen Welt, wo die Europäer bald schon 2000 Euro pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen werden.“ Aktuell kosten 1000 Kubikmeter Gas in Europa etwa 900 Euro für den privaten Verbraucher. Sollte Medwedew recht behalten, droht damit ein weiterer Kurssprung bei den Gaspreisen um über 120 Prozent.

Dutch TTF Natural Gas: Europäische Börsenpreise könnten kurzfristig steigen, aber … 

Der Blick auf den europäischen Gaspreis in Euro (Dutch TTF) zeigt, dass der Kurs sich seit dem Panikhoch im Dezember 2021 deutlich entspannt hat. In wenigen Tagen war der Börsenpreis damals von mehr als 180 auf 67 EUR um über 62 Prozent regelrecht kollabiert. Seitdem geht es volatil seitwärts. Die Kurse pendeln zwischen ca. 68 und 97 EUR.

Aus Sicht der Charttechnik ist ein neuerlicher Anstieg auf neue Rekordhochs aktuell nahezu ausgeschlossen. Das Platzen der kleinen Erdgas-Preise spricht eine deutliche Sprache. Daraus wird sich kaum sofort eine neue Blase mit parabolischem Anstieg entwickeln. Allerdings ist im Rahmen einer möglichen Schulter-Kopf-Schulter-Formation durchaus ein Run auf etwa 135 EUR im Rahmen des Möglichen. Dort würde es dann zu einem weiteren Absturz kommen können.

Henry Hub Natural Gas: Abwärtstrend und Widerstandszone im Fokus

In US-Dollar sieht die charttechnische Lage deutlich entspannter aus. Auch hier waren die Kurse bei Natural Gas bis zum Jahreswechsel abgestürzt. Aktuell läuft eine entsprechende Gegenbewegung, die Anfang des Monats bereits wieder die Marke von 5 USD erreicht hatte.

Die laufende Konsolidierung könnte die Kurse nochmals auf ca. 5 bis 5,50 USD entsprechend der dort verlaufenden Widerstandszone und des Abwärtstrends hieven. Anschließend sind auch hier weiter deutlich fallende Kurse in Richtung 2 USD zu erwarten. Ganz so, wie bereits am 19. Januar in der Analyse „Natural Gas (Erdgas): Blase geplatzt! Bald wieder unter 2 USD?“ beschrieben.

Über den Autor

Robert Schröder beschäftigt sich seit 2004 professionell mit den Aktien- und Finanzmärkten. Neben der klassischen Charttechnik, die er aus dem Effeff beherrscht, hat er sich auf die Elliott-Wellen spezialisiert.

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