Die Ukraine-Krise hält die internationalen Aktienmärkte fest im Griff. Allerdings häkt sich der Dow Jones Index besser als der DAX. Das hat Gründe!
Die Ukraine-Krise spitzt sich von Tag zu Tag zu. Der Aktienhandel in der Börse Moskau ist bereits seit dem 1. März ausgesetzt. Auch der Handel mit russischen Aktien, wie zum Beispiel Gazprom oder Rosneft, wird international stark eingeschränkt. Die wichtigen großen und internationalen Indices reagieren stark gereizt und nervös. Doch es gibt länderspezifisch große Performance-Unterschiede. Während der DAX seit dem Jahresbeginn bereits über 13 Prozent verloren hat, schneidet der Dow Jones mit Minus 7 Prozent noch deutlich besser ab.
Der Grund dafür liegt auf der Hand. Die USA sind wirtschaftlich deutlich weniger abhängig von Russland, als es Europa oder Deutschland sind. Speziell die sehr wichtigen russischen Öl- und Gaslieferungen in den Euroraum stehen hier zur Diskussion. Doch trotz des Krieges scheinen bisher die entsprechenden Lieferungen aus Russland weiter zu „rollen“ …
Auch aus der Sicht der Charttechnik präsentiert sich der US-Leitindex Dow Jones deutlich besser als sein kleiner Bruder, der DAX. Zuletzt wurde beim deutschen Leitindex eine wichtige mittelfristige Unterstützungslinie identifiziert, die allerdings bisher mehr schlecht als recht verteidigt wurde. Erst mit dem Schlusskurs vom 3. März wurde sie beim DAX wieder deutlich unterschritten. Ihre Bedeutung schwindet damit zusehends.
Eine sehr ähnliche Unterstützungslinie findet sich auch beim Dow Jones. Hier sieht die Welt allerdings deutlich besser und stabiler aus. Die besagte Unterstützungslinie definiert sich durch die Hochs aus dem Januar 2018 und dem Februar 2020. Am 24. Februar wurde diese Linie direkt getestet. Nach einem verhältnismäßig kleinen und schnellen Fehlausbruch sowie einem 2022-er Jahrestief bei 32.273 Punkten, kam hier der Bullen-Konter.
Der Dow Jones steht mit dem Schlusskurs vom 3. März damit locker 1.500 Punkte bzw. 5 Prozent höher. Und so makaber und komisch es klingen mag: Seit dem Kriegsbeginn am 24. Februar steht der Dow Jones 2 Prozent im Plus. Dieser positive Trend könnte sich in den kommenden Wochen noch verstärken.
Denn nach dem bullischen Pullback hat der Index die Chance weiter gen Norden zuzulegen. Das nächste Kursziel liegt in etwa bei 35.000 Punkten, die sich durch den direkten Abwärtstrend definiert. Darüber hinaus könnten anschließend sogar neue Rekordhochs möglich sein, sofern dieser Abwärtstrend durchbrochen wird. Sicher, eine absurde Vorstellung. Aber bedenken Sie: Krieg ist ein Konjunkturbooster!
Robert Schröder beschäftigt sich seit 2004 professionell mit den Aktien- und Finanzmärkten. Neben der klassischen Charttechnik, die er aus dem Effeff beherrscht, hat er sich auf die Elliott-Wellen spezialisiert.