Die Europäische Zentralbank (EZB) drängt auf eine strengere Regulierung des Ökosystems der Kryptowährungen, insbesondere der Stablecoins.
Am 25. April forderte Fabio Panetta, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), strengere Vorschriften für Kryptowährungen. Damit sollen jegliche Art von “Instabilität und Unsicherheit” auf finanzieller Ebene vermeiden werden.
In seiner Rede an der Columbia University wies Panetta auf das rasante Wachstum hin, das der Kryptomarkt mit einer Bewertung von 1,3 Billionen Dollar erreicht hat. Dabei stellte er fest, dass der Kryptomarkt derzeit größer ist als jeder risikoreiche Markt zu Beginn der globalen Finanzkrise im Jahr 2008.
“Es bedarf global koordinierter Anstrengungen, um Krypto-Assets in einen regulatorischen Rahmen zu bringen, so Vorstandsmitglied Fabio Panetta bei @Columbia. Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, indem wir warten, bis die Blase platzt, bevor wir handeln.“ hieß es auf Twitter.
Die EZB sieht den Kryptomarkt als eine Blase, die nur darauf wartet zu platzen. Panetta wies darauf hin, dass dieser Boom auf Spekulationen und dem Versprechen hoher und schneller Renditen basiere, “unter Ausnutzung von Regulierungslücken, die die Anleger ungeschützt lassen.”
Panetta räumt zwar ein, dass Krypto-Investitionen nicht nur spekulativ und riskant sind. Dennoch argumentiert er, dass sie die öffentliche Politik und die finanzielle Stabilität der Welt beeinflussen können.
Panetta erklärte auch, dass Stablecoins ein Risiko für Staaten darstellen. Grund dafür sei; dass die Verantwortlichen für die Prägung der Token nicht garantieren können, dass sie “jederzeit zum Nennwert einlösbar sind” und keinen Zugang zu den “permanenten Einrichtungen” haben, die eine Zentralbank bietet.
Laut Panetta verhindern die Volatilität und das Fehlen einer angemessenen Absicherung, dass Kryptowährungen ihren Zweck erfüllen. Diese seien Zahlungen zu erleichtern oder eine bessere Version des traditionellen Geldes zu werden.
Panetta wies auf den 60-prozentigen Rückgang von Bitcoin hin, nachdem er 68.000 Dollar erreicht hatte, was höher als Gold und viermal so hoch wie der U.S. Dollar war.
Aufgrund der beschleunigten Annahme des globalen Kryptowährungsökosystems schlägt Panetta eine genauere Überprüfung des globalen Regulierungsansatzes vor. Er äußerte seine Bedenken, dass selbst Länder, die Kryptowährungen verboten haben, nicht sicherstellen können, dass ihre Mandate zu 100 % wirksam sind.
Die vier wichtigsten Punkte, auf die sich Panetta konzentrierte, um eine bessere Kontrolle über Kryptoanlagen zu erreichen, waren:
Diese neue Verordnung soll also nicht dazu dienen, Innovationen zu verhindern. Es soll eher das Geld und die Ersparnisse der Menschen zu schützen. Aber sie würde auch viel dazu beitragen, dass die Zentralbanken die wirtschaftliche Kontrolle, die sie seit Jahren haben, nicht verlieren.
Die komplette Rede können Sie hier nachlesen.
Nikol liebt die Welt der Finanzen und Geschichte. Ihre Liebe zu beiden führt sie auf ihr Universitätsausbildung zurück, wo sie Kurse zu beiden Fächern belegte, die ihr Interesse daran weckten, auch darüber zu schreiben.