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Fahnen mit dem Logo der Deutschen Bank vor der
Fahnen mit dem Logo der Deutschen Bank vor der

– von Patricia Uhlig und Tom Sims

Im zweiten Quartal verdiente das größte deutsche Geldhaus trotz Einbußen im wichtigen Investmentbanking und Zusatzkosten deutlich mehr als erwartet. “Alle Geschäftsbereiche sind profitabler geworden und haben bewiesen, dass wir weiter an Relevanz für unsere Kunden zulegen und Marktanteile gewinnen”, sagte Vorstandschef Christian Sewing am Mittwoch. Geholfen hat auch eine niedrige Risikovorsorge für faule Kredite. Sewing kassierte zwar das Kostenziel, ist aber zuversichtlicher beim Ertragswachstum.

Unter dem Strich erwirtschafteten die Frankfurter von April bis Juni einen Gewinn von 692 Millionen Euro, nach einem Verlust von 77 Millionen Euro vor einem Jahr. Es war der vierte Quartalsgewinn in Folge und das beste Zwischenergebnis seit 2015 für die einst krisengeplagte Bank. An das starke Auftaktquartal konnte sie aber nicht anknüpfen – da stand ein Überschuss von fast einer Milliarde Euro zu Buche.

“Bei der Transformation unserer Bank haben wir schon viel erreicht”, schrieb Sewing an die knapp 84.000 Mitarbeiter und räumte gleichzeitig ein, dass der schwierigste Teil noch komme. “Es ist ein wenig wie bei einem Marathonlauf: Bei Kilometer 30 fängt es an, besonders anstrengend zu werden.” Vor allem beim Jobabbau hat das Geldhaus noch viel vor sich. Von den geplanten Streichungen von 18.000 Jobs bis 2022 sind bis Ende Juni erst 8000 erfolgt.

Auch weisen die Quartalsergebnisse teilweise Schwächen auf. So lagen die Erträge mit 6,2 Milliarden Euro ein Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Investmentbanking waren die Einbußen mit elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro besonders hoch. Grund dafür war vor allem der – bereits erwartete – Rückgang im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren. Im ersten Halbjahr 2020 hatte es wegen der Corona-Pandemie eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Anleihen von Staaten und Unternehmen gegeben und Banken hatten daran gut verdient. Bei US-Häusern wie JP Morgan waren die Rückgänge hier im zweiten Quartal noch höher. Gut lief es bei der Deutschen Bank wie bei den Wettbewerbern im Emissions- und Beratungsgeschäft. Auch im Privatkundengeschäft und in der Vermögensverwaltung legten die Erträge zu. Die Fondstochter DWS erzielte Rekordmittelzuflüsse.

BANK WILL NOCH MEHR SPAREN

Verkraften musste das Institut außerplanmäßige Kosten für die Bankenabgabe und den Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken. Dieser muss nach der milliardenschweren Insolvenz der Bremer Greensill Bank wieder aufgefüllt werden. In der Privatkundensparte schrieb die Bank wegen Rückstellungen für Gebührenrückerstattungen an Kunden einen kleinen Verlust. Zudem kann sie wegen eines Urteils des Bundesgerichtshofs Preiserhöhungen nicht mehr so einfach umsetzen und damit rückläufige Zinserträge ausgleichen. Insgesamt gesehen waren die Kosten mit fünf Milliarden Euro aber sieben Prozent niedriger als im Vorjahr.

Um die zusätzlichen Aufwendungen auszugleichen, stieß Sewing neue Sparmaßnahmen an. “Wir müssen bei all den Kostenfaktoren am Ball bleiben, die wir selbst beeinflussen können”, schrieb er an die Mitarbeiter. So will er etwa Prozesse verschlanken, Personal “optimieren” und sich schneller von Immobilien trennen.

Bei Analysten kamen die Quartalsergebnisse gut an. “Die Deutsche Bank ist bei ihrer Restrukturierung solide auf Kurs”, sagte Finanzanalyst Michael Rohr von der Ratingagentur Moody’s. Die Erträge wiesen Stabilität auf, die Kosten seien rückläufig und die Rentabilität gehe in die richtige Richtung. Ende Juni belief sich die Nachsteuerrendite auf 6,5 Prozent. Ziel bis 2022 sind acht Prozent. Die Aktien notierten nach einem mehr als vierprozentigen Kursanstieg gegen Mittag leicht im Minus.

WENIGER RISIKEN IM KREDITPORTFOLIO

Zugute kam der Deutschen Bank in den vergangenen Monaten, dass in Folge der Corona-Krise nicht so viele Kredite ausfielen wie befürchtet. Im ersten Halbjahr lag die Risikovorsorge bei 144 Millionen Euro nach 1,3 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr stellte Finanzchef James von Moltke eine Summe von 900 Millionen Euro in Aussicht – weniger als bisher. Dies sei konservativ gerechnet und könne geringer ausfallen. Bei den Erträgen gebe es gute Chancen, dass diese 2022 näher an 25 Milliarden als an den erwarteten 24,4 Milliarden Euro lägen.

Für Aufsehen sorgte die Bank damit, dass sich sie von ihrem absoluten Kostenziel von 16,7 Milliarden Euro bis 2022 verabschiedete. Gerade die Kosten sind bei der Deutschen Bank oft Stein des Anstoßes gewesen. Da der Umbau voranschreite und die Bank im ersten Halbjahr nachhaltige Profitabilität bewiesen habe, konzentriere sich das Management künftig auf die Aufwand-Ertrag-Relation, sagte von Moltke. Diese Kennzahl soll 2022 bei 70 Prozent liegen – das bedeutet, dass für jeden Euro Ertrag 70 Cent aufgewendet werden müssen. Ende Juni lag die Quote noch bei 78,5 Prozent.

 

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